Gewalt an Schulen
gewalt_schule.jpgSoziologische und pädagogische Untersuchungen, sowie meine Erkenntnisse aus sieben Jahren polizeilicher Arbeit in der Arbeitsgruppe „Gewalttäter an Schulen", in Kooperation mit Schulen/Schulamt und anderen Institutionen, bestätigen die lange zurückliegenden Kernaussagen von Fröbel und Pestalozzi:

„Kinder brauchen besonders Zeit, Zuwendung und Zärtlichkeit. Sie sind unsere Zukunft, daher muss man in sie investieren!"


Obwohl diese Aussagen in unseren beiden Schulen (Pestalozzischule und Friedrich-Fröbel-Schule) öffentlich unter den Bildern der Begründer dieser Schulen dokumentiert sind, wird doch viel zu wenig danach gehandelt. Die Kinder suchen im Erziehungsprozess verstärkt nach Wärme und Geborgenheit, aber auch nach der lenkenden Hand, nach Grenzen. Pestalozzi erkannte schon früh die Notwendigkeit der Kinder für „Zeit und Zuwendung" und Fröbel beschrieb die Erziehung mit „Beispiel und Liebe".

Hier spannen wir Kriminalisten gerne den Bogen zu den „drei goldene Z", die als beste Waffe gegen Kriminalität bezeichnet werden kann. Die Familien, wo dieses Prinzip nicht Anwendung findet, haben wir die grösste Zahl straffällig gewordener Kinder. Daher sollte für die Eltern gelten:
  • Zeit - täglich einmal gemeinsam spielen oder vertrauensvoll miteinander reden.
  • Zuwendung - Interesse haben für die grossen und kleinen Probleme unserer Kinder.
  • Zärtlichkeit - Geborgenheit und Zuneigung zu jeder passenden Gelegenheit.


Man sollte trotz des überwiegenden episodenhaften Charakters der so genannten Jugendkriminalität bedenken, viele der jungen Straftäter kommen aus den beschriebenen „nicht intakten Familien". „Erziehung tut also unbedingt Not"! Man muss sich vor Augen halten, dass bereits in der frühen Kindheit das spätere Verhalten geprägt wird. Kindliche Erfahrungen fördern die soziale Integration in die Welt der Erwachsenen - oder kennen sie! Daher ist unverlässlich: „Zeit, Zuwendung, Zärtlichkeit."

Wie können Eltern am Verhalten Ihres Kindes erkennen, dass es Opfer einer Gewalttat war oder ist? Das Kind:
  • zieht sich zurück, ist in sich gekehrt
  • verhält sich streitlustig, wehrt sich bei Kritik, neigt zu Tränen und Wutanfällen
  • reagiert aggressiv, besonders jüngeren Kindern gegenüber
  • will mit dem Pkw zur Schule gefahren werden, schwindelt Krankheiten vor um zu Hause bleiben zu können
  • die Leistungen werden schlechter, es schreibt schlechte Noten
  • stiehlt , weil es vielleicht erpresst wird
  • kommt mit Verletzungen aus der Schule und will nicht sagen, woher diese stammen.


Tatort Schule - Gewalt macht nicht mehr am Schultor halt, PHK Helmut Lenzer, Polizeipräsidium Mittelhessen.
 
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