Die häufigsten psychischen Störungen und ihre Symptome
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Hochs und Tiefs, Krisen und Sprünge gehören zur Entwicklung, vor allem in Pubertät und Adoleszenz. Was kann noch als normal durchgehen? Ab wann ist eine psychische Störung behandlungsbedürftig?




Das hängt vom Ausmass und von der Dauer ab. Kurz dauernde Störungen sind weniger problematisch als lang anhaltende Veränderungen. Fachliche Hilfe ist angezeigt, wenn:
  • Kinder oder Jugendliche durch ihr Verhalten (zum Beispiel durch übermässige Ängste) sich selbst einschränken und blockieren, wenn ihre Leistungen markant einbrechen.
  • sie sich isolieren oder wegen ihres Verhaltens nicht verstanden und ausgeschlossen werden.
  • der Leidensdruck für die Betroffenen und/ oder ihr Umfeld gross ist.
  • Kinder oder Jugendliche Suizidgedanken andeuten, eine auffällige Gewichtsabnahme oder -zunahme zeigen, immer wieder über körperliche Symptome klagen ohne klare Ursache.

„Ängste sind ein Motor für psychische Erkrankungen"


ADS/ADHS
Kinder mit einer Aufmerksameits-Defizit-Störung (ADS) können sich nicht konzentrieren, sind unaufmerksam und impulsiv. Kommt ein übermässiger Bewegungsdrang dazu (Zappelphilipp), spricht man von ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit -Hyperaktivitäts-Störung). Beide Störungen beginnen schon im Vorschulalter.

Depressionen
Traurigkeit, vermindertes Selbstvertrauen, Antriebslosigkeit, Angst, Konzentrationsmangel, Leistungsstörungen, Stimmungsschwankungen, körperliche Beschwerden ohne Grund, Selbstmordgedanken. Bei Kindern und Jugendlichen oft versteckt.

Essstörungen
Magersucht (Anorexie): Absichtliche Gewichtsabnahme, übertriebene Diät, übermässiger Sport, ständige und unangemessene Sorge um Figur und Gewicht, sozialer Rückzug. Das Essen ist das alles beherrschende Thema.
Ess-Brech-Sucht (Bulimie): Heisshungerattacken, bei denen grosse Nahrungsmengen konsumiert werden, mit anschliessendem Erbrechen. Missbrauch von Abführmitteln und/oder Appetitzüglern und/oder anderen Medikamenten zur Gewichtsreduktion.

pfeil_klein.jpgFür Behandlung von Essstörungen ist die Früherkennung besonders wichtig.

Selbstverletzungen
Sich selbst Schnitte, Brandwunden oder Ähnliches zufügen. Können Protest und Provokationshandlungen sein, Ausdruck einer akuten Lebenskrise oder Hinweis auf eine schwer wiegende psychische Krankheit.

Psychosomatische Störungen

Körperliche (somatische) Beschwerden, die Ausdruck einer seelischen psychischen Störung sind. Häufig sind Symptome im Bereich Ernährung (Über- und Untergewicht) sowie Kopf- und Bauchschmerzen.

Drogenkonsum und Drogenmissbrauch
Der starke, gelegentlich übermächtige Wunsch, Substanzen oder Medikamente (ärztlich verordnet oder nicht), Alkohol oder Tabak zu konsumieren. Warnzeichen können sein: Abfall der Schulleistungen, Konzentrationsprobleme, depressive Verstimmungen, Wechsel im Freundeskreis, delinquentes Verhalten, Verschlechterung der familiären Beziehungen. Die Schwelle zwischen Berauschung und Intoxikation (Vergiftung) bei jüngeren Jugendlichen beziehungsweise Kindern ist sehr viel enger als bei Erwachsenen.

Persönlichkeitsstörungen
Betroffen sind Gefühlswelt, Antrieb, Impulskontrolle, Wahrnehmung, Denken und Beziehung. Es sind lang dauernde Verhaltensstörungen, welche die soziale, schulische und berufliche Leistungsfähigkeit einschränken und viel persönliches Leid mit sich bringen. Persönlichkeitsstörungen beginnen in der Kindheit und Jugend, manifestieren sich in typischer Form im frühen Erwachsenenalter und können lebenslang dauern. Sie müssen unbedingt seriös und professionell diagnostiziert werden. Zu den Persönlichkeitsstörungen zählen:
  • Borderline-Persönlichkeitsstörung: Chronisch instabile Persönlichkeit - wirkt sich in einer Vielzahl von Symptomen aus: heftige Gefühlsschwankungen, wechselhafte (Sexual-)Beziehungen, Selbstverletzungen, innere Leere und anderes.
  • Psychotische Störungen und Schizophrenie: Die Symptome können nahezu alle Verhaltens- und Erlebnisbereiche eines Menschen betreffen. Typisch sind Realitätsverlust, Verlust des geradlinigen Denkens, Wahnvorstellungen. Psychotischen Störungen gehen meist während vielen Monaten Warnzeichen voraus, die früh erfasst und behandelt werden müssen.
  • Suizidalität (Selbstmordgefährdung): Anzeichen für eine Gefährdung: zunehmende Einengung in allen Lebensbereichen, Aggressionsstau und Wendung der Aggression gegen die eigene Person, Suizidfantasien. Ein Kind, das einen Suizid plant, äussert sich im Vorfeld oft in der Art: „Es spielt doch alles keine Rolle", „Ich bin dann für euch kein Problem mehr". Oft werden auch geliebte Gegenstände verschenkt. Besonders Vorsicht ist geboten, wenn suizidgefährdete Jugendliche plötzlich und in nahezu euphorischer Art ihre Probleme scheinbar hinter sich zu lassen scheinen: Dieses Verhalten kann, muss aber nicht ein Hinweis darauf sein, dass der Suizid demnächst vollstreckt wird. Sämtliche Andeutungen von Suizidgedanken dürfen auf keinen Fall bagatellisiert werden.

Zeitschrift Fritz und Fränzi: Nr. 5/2006 Oktober, Seite 24

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